exposed Filmfestival - - - Archiv 2008 - 2015

Kategorien-Archiv (2013) Europäische Erste Filme

KAPTN OSKAR

D 2012, Spielfilm, DF, 78 Min.
Regie, Buch & Schnitt: Tom Lass * Kamera: Jonas Schmager * Produktion: Joroni Film
Darsteller: Tom Lass, Amelie Kiefer, Martina Schöne-Radunski

Oskar geht’s nicht gut. Seine letzte Liebe hat die Wohnung abgefackelt und nun wohnt er in einem Keller. Dann trifft er Masha. Ihr geht’s auch nicht. Immer wieder trifft sie auf ältere Männer, die ihr Bedürfnis nach Nähe bei ihr kurz ausleben. Gemeinsam kämpfen Oskar und Masha gegen die Einsamkeit und lassen sich durch Berlin treiben. Die Abmachung, keinen Sex miteinander zu haben, bereut Oskar schnell. So hat Oskars Ex-Freundin wieder Gelegenheit, sich in sein Leben zu drängen. Ob die Freundschaft zu Masha dies überdauert und vielleicht mehr ist als nur Freundschaft, das soll ein gemeinsamer Ausflug auf’s Land klären.
Nach „Papa Gold“ den wir im letzten Jahr bei exposed zeigen, inszeniert Tom Lass erneut einen leichten Film, der bewußt auf ein Drehbuch verzichtet und seine Protagoinsten durch Raum und Zeit gleiten läßt.

Tom Lass: geboren 1983 in München, sammelte zunächst Erfahrung als Schauspieler bei Independent-Projekten. Seinen ersten Langfilm „Papa Gold“ realisierte er vor zwei Jahren mit einem minimalen Budget.

www.kaptn-oskar.de

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WATCHTOWER

Türkei 2012, Spielfilm, OmdU., 96 Min.
Regie & Buch: Pelin Esmer Kamera: Özgür Eken Schnitt: Ayhan Ergürsel Produktion: Sinefilm Darsteller: Olgun Simsek, Nilay Erdonmez, Menderes Samancilar

Nach einem tragischen Unfall hat Nihat sich entschlossen, eine Arbeit als Brandwächter anzunehmen und sich zu isolieren. Ein neues Leben beginnt. In der Nähe seines Überwachungsturms befindet sich eine Tankstelle. Sie ist der einzige Ort in der Gegend, wo sich Menschen begegnen. Dort trifft er auf Seher, eine junge schwangere Frau, die offensichtlich auch ihre Vergangenheit zu vergessen sucht.
Regisseurin Pelim Esmer gelingt es in ihrem Film, ausgesprochen feinfühlig und intensiv die bewegende Geschichte zweier Außenseiter zu erzählen, die beide in schwierigen Lebenssituationen gefangen sind, aber auch vor einem möglichen Neubeginn ihres Lebens stehen. Ein Film, ganz wesentlich getragen von den herausragenden, ausgesprochen authentischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller Olgun Simsek und Nilay Erdonmez.

Pelin Esmer: geboren in Istanbul, studierte zunächst Soziologie an der Bospurus Universität. Späterer Besuch von Film-Workshops. Ihr erste Langfilm 10 TO 11 lief 2010 bei exposed. Dies ist ihr zweiter Langfilm.

www.watchtowerfilm.com

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TORE TANZT

D 2013, Spielfilm, DF, 110 Min.
Regie & Buch: Katrin Gebbe Kamera: Moritz Schultheiß Schnitt: Heke Gnida Produktion: Junafilm Darsteller: Julius Feldmeier, Sascha Alexander Gersak, Annika Kuhl

Tore ist Anhänger der Jesus Freaks und will bei den religiösen Punks in Hamburg ein Leben nach christlichem Vorbild führen. Als er einer Familie bei einer Autopanne hilft, glaubt er, Zeuge eines Wunders zu seun und knüpft Freundschaft mit dem Familienvater Benno. Kurze Zeit später zieht er zu der Familie in den Schrebergarten und ahnt nicht, welche grausamen Erlebnisse ihm noch bevorstehen werden. Fest in seinem Glauben verankert, bleibt Tore trotz der drohenden Gewalt und widersetzt sich auf seine Art. Es beginnt ein Kampf zwischen Triebhaftigkeit und aufopfernder Nächstenliebe.
Es ist nicht einfach zu bestimmen, was bei „Tore tanzt“ im Vordergrund steht. Ist es ein Film über religiösen Fanatismus, über Sadismus oder einfach ein Thriller?
Eines ist der Debütfilm von Katrin Gebbe aber auf jeden Fall: Ein verstörender, einnehmender, spannender Film, der dem Zuschauer viel abverlangt.
In Cannes, wo der Film in der Sektion «Un Certain Regard» seine Premiere feierte, reagierte das Publikum mit grenzenloser Begeisterung oder mit empörter Ablehnung. Dazwischen gibt es bei diesem Film wohl nichts.

Katrin Gebbe: geboren 1983, studierte Kunst und visuelle Kommunikation an der Academy of Visual Arts in Enschede, wo sie erste Kurz- und Experimentalfilme drehte.

Presse: Überzeugend und verstörend (Die Welt) / Aktuelles und radikales Kino aus Deutschland (BR)

www.tore-tanzt.com

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REUBER

Regie: Axel Ranisch
D 2013, 70 Min., Spielfilm
Produktion: Sehr gute Filme Berlin
mit Heiko Penkowski, Tadeus Ranisch, Peter Trabner

Robbi hat Mist gebaut.
Und weil er sich nicht mehr nach Hause traut,
flüchtet er kopflos in den Wald.
Dort allerdings leben finstere Gesellen,
die nur so auf kleine verzweifelte Jungs warten,
die sich in den Wald verirren.

Der Zauberer Stefan hat es auf Robbies Kindheit abgesehen und der schlecht gelaunte Räuberhauptmann Rüdiger schleicht mit seiner Machete durch den Wald. Kein Wunder, dass sich Robbi innerhalb kürzester Zeit in größten Schwierigkeiten befindet.

www.sehrgutefilme.de/reuber

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YOUTH

Israel, D 2013, Spielfilm, OmeU., 107 Min.
Regie & Buch: Tom Shoval * Kamera: Yaron * Scharf Schnitt: Joel Alexis * Produktion: Green Productions, One Two Films Darsteller: Eitan Cunio, David Cunio, Moshe Ivgy

Die Brüder Yaki und Shaul leben mit ihren Eltern in Petah Tikva, einer Satellitenstadt bei Tel Aviv. Yaki leistet seinen Militärdienst ab. Wie je den anderen 18-jährigen Israeli berechtigt ihn das zum Tragen einer Waffe. Diese Waffe verleiht den Brüdern die Macht, ihr Leben und das ihrer Familie zu ändern – so glauben sie wenigstens. Mit einer ungewöhnlichen Coming-of-Age-Geschichte gibt der Regisseur und Filmkritiker Tom Shoval sein Langfilmdebüt. Präzise beschreibt der Film die enge Bindung der Brüder und die Konstanten ihres jungen Lebens: die
tägliche Routine, Familie und Nachbarschaft, das Land. Der arbeitslos
gewordene Vater verfällt mehr und mehr in Depressionen, die Familie droht ihre Wohnung zu verlieren. Während Yaki seinen Dienst absolviert, folgt Shaul einem hübschen jungen Mädchen, filmt jede seiner Bewegungen mit dem Handy und schickt die Clips an den Bruder. Sie entführen das Mädchen, verstecken es in einem Keller und beschließen, telefonisch ein hohes Lösegeld zu fordern. Doch sie haben nicht bedacht, dass Sabbat ist und die orthodoxe Familie des Opfers nicht ans Telefon geht. Die Zeit läuft.

Tom Shoval: geboren 1981 in Israel, studierte an der Sam Spiegel School of Film and Televion. YOUTH ist sein Debütfilm.

www.youththefilm.com

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I’M THE SAME, I’M ANOTHER

B 2013, Spielfilm, OmeU., 120 Min.
Regie & Buch: Caroline Strubbe * Kamera: David Williamson * Schnitt: David Verdume * Produktion: Minds Meet
Darsteller: Kimke Desart, Zoltan Miklos Hajdu

I’M THE SAME, I’M AN OTHER ist der zweiter Teil einer geplanten Triologie der belgischen Regisseurin Caroline Strubbe. Den ersten Teil LOST PERSONS AREA zeigten wir 2010 bei epxosed.
Dies ist eine Art Road Movie, eine Art Krimi, eine Portrait einer ungewöhnlichen Freundschaft. Der etwa 30jährige Szabolcs und die 9jährige Tess sind zusammen unterwegs, erst im Auto, dann auf einer Fähre. Lange bleibt unklar, was die beiden verbindet. Sind sie auf der Flucht vor etwas?
In präsizen, wundervollen Breitwandaufnahmen, entfaltet sich langsam ihre Geschichte.

Carolin Strubbe: geboren 1965, studierte zunächst Film an der „Escuela Cinematografica de Barcelona“, später an der ‘IAD’ in Louvain-La-Neuve. Realisierte einigige kurze Dokumentarfilme. LOST PERSONS AREA war ihr Langfilmdebüt. Dies ist ihr zweiter Film und der zweite Teil einer geplanten Triologie.

www.mindsmeet.be

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ÖDLAND – DAMIT DAS KEINER SO MITBEMERKT

D 2013, Dokumentarfilm, DF, 79 Min.
Regie: Anne Kodura
Kamera, Schnitt: Friede Clausz * Produktion: Die Zone Filmproduktion

Es sind Sommerferien. Inmitten von Wäldern und ein paar Schafweiden steht ein Wohnblock auf ehemaligem Kasernengelände der sowjetischen Armee. Umringt von verfallenen Baracken, verrotteten Soldatenfresken, einem verwilderten Fußballplatz und einem nagelneuen Maschendrahtzaun.
Hier wachsen Aya, Momo und Mustafa auf. Sie verbringen die Ferien zu Hause im Asylbewerberheim. In Deutschland aufgewachsen, verstehen sie das mit dem „Asyl“ nicht so richtig und wollen eigentlich ganz normal sein. Sie vertreiben sich die Langeweile mit Fußball, machen einen Ausflug zum nahe gelegenen See und versuchen sich im Kupferschrotthandel.

Eine Geschichte von Kindheit, Heimat und der Suche nach Identität.

Anne Kodura: geboren 1987 in Halle (Saale), Studium der Medienkunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Absolventin des Programms „TP2 Talentpool“ der „Tradewind Pictures“. Dies ist ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm.

Presse: In bestechend schönen Bildern und mit den Worten von Kindern erzählt der Dokumentarfilm, wie es sich anfühlt, Flüchtling zwischen den Welten zu sein. (63. Berlinale – Generation)

www.oedland-film.de

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DAS MERKWÜRDIGE KÄTZCHEN

D 2013, 72 Minuten
Regie, Buch, Schnitt: Ramon Zürcher
mit Jenny Schily, Anjorka Strechel, Mia Kasalo

An einem Samstag im Herbst sind Karin und Simon bei ihren Eltern und der jüngsten Schwester Clara zu Besuch. Die Zusammenkunft der Familie ist Anlass für ein gemeinsames Abendessen, zu dem im Verlauf des Tages auch weitere Verwandte erscheinen. Während die Familienangehörigen die Wohnung mit ihren Gesprächen, Alltagshandlungen und Kochvorbereitungen beleben, streifen die Katze und der Hund durch die Räume. Auch sie werden zu einem zentralen
Bestandteil dieses familiären Alltagsreigens, der immer wieder überhöhte Elemente aufweist, die einer naturalistischen Darstellungsweise entgegenwirken. So öffnen sich Nebenräume zwischen Familiendrama, Märchen und dem Psychogramm einer Mutter.

www.peripherfilm.de/dasmerkwuerdigekaetzchen/

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FLOATING SKYSCRAPERS – TIEFE WASSER

Regie & Buch: Tomasz Wasilewski
Polen 2013, Spielfilm, OmeU., 93 Min.
Kamera: Jakub Kijowski, Schnitt: Aleksandra Gowin, Produktion: Alter Ego

Allmählich könnten sich 15 Jahre Training für Leistungsschwimmer Kuba (Mateusz Banasiuk) im Meisterschaftswettkampf auszahlen, doch von allen Seiten steigt der Druck auf ihn: sein Trainer fordert noch mehr Einsatz und seine dominante Mutter Ewa will, dass seine Freundin Sylwia (Marta Nieradkiewicz) aus der zu dritt geteilten Wohnung auszieht. Den schnellen Sex mit anderen Männern muss er erst recht geheim halten. Als Sylwia ihn zu einer Vernissage mitschleift, lernt Kuba den ungeouteten Studenten Michal (Bartosz Gelner) kennen, den er bereits beim Schwimmen beobachtet hatte. Während Kuba Sylwia immer weiter entgleitet, spielt sie ihr letztes Druckmittel aus…

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