exposed Filmfestival - - - Archiv 2008 - 2015

Kategorien-Archiv (2014) Europäische Erste Filme

MODRIS

Lettland, Griechenland, D 2014, Spielfilm, OmU., 98 Min.
Regie & Buch: Juris Kursietis * Kamera: Bogumil Godfrejow * Schnitt: Yorgos Mavropsaridis * Produktion: Sutor Kolonko, Red Dot Media, Boo Prod
Darsteller: Kristers Piksa, Rezija Kalnina

Der siebzehnjährige Modris hat seit längerem Probleme. Er lebt allein mit seiner Mutter in einer lettischen Kleinstadt und verbringt jede freie Minute am Glücksspielautomaten. Als er während eines sehr kalten Winters sogar die elektrische Heizung seiner Mutter verkauft, ist für diese alles klar. Ihr Sohn und seine Suchtprobleme rühren von den schlechten Genen seines Vaters, der im Gefängnis sitzt, und es gibt nur noch eine Lösung für den Jungen: Sie übergibt ihn in die Hände der Polizei. Und damit beginnen Modris Abenteuer im lettischen Justizsysteme und seine Suche nach dem Vater, den er nie kannte.
In Juris Kursietis gelungenem Debütfilm kann man kaum Umhin, Mitgefühl mit dem jungen Helden zu haben, so wie er immer weiter den falschen Weg geht. Schlechte Gene, ein schlechter Junge? Nein, er ist wie mit meisten in seinem Alter, er braucht nur ein wenig Hilfe.

Juris Kursieties: in Lettland geboren. Studierte Regie an der Sheffield Hallam Northern media School in England. „Modris“ ist sein Debütfilm.

www.modrisfilm.com

Filmhauskino
Do., 20.11., 19.00 Uhr

FAMILIENFIEBER

D 2014, Spielfilm, 78 Min.
Regie: Nico Sommer
Kamera: Eugen Gritschneder * Schnitt: Bernhard Strubel * Produktion: süsssauer Film
Darsteller: Peter Trabner, Kathrin Waligura, Deborah Kaufmann

Irgendwann müssen sie sich ja mal kennenlernen: Alina und Nico sind frisch verliebt und haben entschieden, ihre Eltern einander vorzustellen – bekanntermaßen ein waghalsiges Unterfangen. Und so begegnen Maja und Uwe dem Plan ihrer Tochter auch eher widerwillig. Dennoch macht sich die Familie auf den Weg in das von Alina angekündigte „große Haus“ der Familie ihres Freundes im Umland von Berlin. Nachdem sich das Ziel der Fahrtals waschechtes Schloss entpuppt, mussMaja dann auch noch feststellen, dass sie Nicos Vater deutlich besser kennt, als ihr in dieser Situation lieb sein kann. Eines steht fest: Das kann ja heiter werden.
„Familienfieber“ ist eine hinreißend tragikomische „Familienaufstellung“, in der Regisseur Nico Sommer seinen Darstellern viel Raum für spontane Improvisationen gibt.
Nico Sommer: geboren 1983 in Berlin. Zahlreiche Praktika im Filmbereich, Studium an der Kunsthochschule Kassel mit Schwerpunkt Spiel und
Dokumentarfilm. Nach „Silvi“ ist dies sein zweiter Langfilm.
Darling Berlin: „Familienfieber“ wird im Januar 2015 von Daredo unter Label „DarlingBerlin“ bundesweit in den Kinos starten.

www.suesssauerfilm.de/familienfieber

Filmhauskino
Fr., 21.11., 18.00 Uhr

SZENARIO

D 2014, Filmessay, 89 Min.
Regie: Philip Widmann & Karsten Krause
Kamera: K. Krause * Schnitt: P. Widmann * Produktion: Works Cited
Sprecher: Cora Frost, Gustav Peter Wöhler

Eine Frauenstimme und eine Männerstimme sprechen im Chor: »Eine Frau, genannt Monika, und ein Mann, genannt Hans. Hans hält schriftlich fest, dass Monika ihm – ihrem Vorgesetzten, Arbeitgeber und Geliebten – mit dem Entzug körperlicher Liebe droht, sollte sich seine Ehefrau nicht bei ihr entschuldigen.«
Der Inhalt eines schwarzen Aktenkoffers führt in das oberflächlich geordnete Leben in Westdeutschland im Jahr 1970 und in eine Stadt, die als Sinnbild für die Bundesrepublik stehen mag. In diesem Koffer: Die peinlich genaue Dokumentation der Affäre zwischen dem mittelständischen Unternehmer Hans und seiner Sekretärin Monika. Rechenschaftsberichte über sexuelle Aktivitäten legen eine Spur in das Feld der unendlichen Möglichkeiten und der endlichen Wahrscheinlichkeiten innerhalb derselben Umstände ein anderes Leben zu führen.
Kölner werden in der Stadt, die im Film bebildert wird, ihre Heimatstadt wiedererkennen.
Dem Film liegt der Fund eines Koffers zu Grunde, der im Rahmen einer Haushalltsauflösung aufgetaucht ist. Bei der Kölner Galerie Zander ist dazu das Buch „Margret. Chronik einer Affäre. Mai 1969 bis Dezember 1970“ erschienen.

Philip Widmann: geb. 1980 in Berlin. Studium an der Universität Hamburg, sowie Besuch der Dokumentarfilmklasse an der HfbK Hamburg.

Karsten Krause: geb. 1980 in Freiburg. Studierte Visuelle Kommunikation der HfbK Hamburg.

workscited.de/de/filme/szenario/#info

Filmhauskino
Fr., 21.11., 20.00 Uhr

HIGH PERFORMANCE

A 2014, Spielfilm, DF., 100 Min.
Regie: Johanna Moder
Kamera: Robert Oberrainer * Schnitt: Karin Hammer * Produktion: Freibeuter Film
Darsteller: Marcel Mohab, Manuel Rubey, Katharina Pizzera

Tatsächlich könnten die Brüder nicht unterschiedlicher sein: Daniel ist in einer Off-Theatergruppe aktiv, verdient in einem nächtlichen Job ein bisschen Geld, will sich treu bleiben und selbst verwirklichen, aber bringt schwer alles unter einen Hut. Angesichts seines erfolgreichen Bruders Rudi, Manager einer Software-Firma, fällt er rasch in ironische Selbstgerechtigkeit.
Eines Tages macht Rudi seinem Bruder jedoch das Angebot, eine seiner besten Mitarbeiterinnen für öffentliche Auftritte zu coachen und obendrein mit seiner Firma die Theatergruppe von Daniel zu sponsern. Der Schauspieler sagt zögernd zu – was er jedoch nicht weiß: Die Idealistin Nora soll so unter Beobachtung gestellt werden, da sie den hochfliegenden Plänen des aufstrebenden Managers im Wege steht.

Johanna Moder: geb. 1979 in Graz. Regiestudium an der Filmakademie Wien. „High Performance“ ist ihr Debütfilm.

Presse: Manchmal gibt es auf einem Filmfestival eine Sternstunde, einen Film, der alle begeistert. In Saarbrücken war dies dieses Jahr „High Performance“… (Peter Claus, getidan.de). Der Film gewann den Publikumspreis beim Filmfest Saarbrücken.

Filmhauskino
Sa., 22.11., 20.00 Uhr

ROCKS IN MY POCKETS

Lettland, USA 2014, Animationsfilm, engl. OF., 88 Min.
Regie: Signe Baumane
Schnitt: Signe Baumane, Wendy Cong Zhao * Musik: Kristian Sensini

In «Rocks In My Pockets» unternimmt die lettische Animationskünstlerin Signe Baumane eine humorvolle Reflexion über die psychischen Leiden in ihrer Familie. Sie hat die Geschichte in berührende fantastische Bilder umgesetzt und selbst eingesprochen. In ihrem Film gewährt sie Einblicke in ihre dunkelsten Gemütszustände.
«Mit Steinen in den Hosentaschen hätte sie es vollbracht», so das Statement der Filmemacherin über den gescheiterten Selbstmord ihrer Grossmutter Ana.. Diese musste damals täglich vierzig Eimer Wasser vom Fluss holen. Damit hielt sie ihre zwei Kühe auf Trab und ihre acht Kinder am Leben. Ende der 40er-Jahre versuchte sie sich im selben Fluss zu ertränken und ging nicht unter.
In träumerisch-verspielten Bildern porträtiert Baumane vier Frauenschicksale aus ihrem direkten Umfeld. Zugleich geht sie der Frage nach der genetischen Veranlagung psychischer Erkrankungen nach und opponiert gegen jede Art von Psychopharmaka.

Signe Baumane: geb. 1964 in Lettland, derzeit in New York lebend und arbeitend. Hat bisher zahlreiche kurze Animationsfilme erstellt. „Rocks in my Pockets“ ist ihr erster Langfilm.

Presse: Baumane ist eine erstklassige Filmautorin. Dieser zutiefst humane Animationsfilm ist dazu bestimmt, ein Klassiker zu werden. (Jennifer Merin, Womens eNews)

www.rocksinmypocketsmovie.com

Filmhauskino
So., 23.11., 16.00 Uhr

TALEA

A 2013, Spielfilm, DF., 75 Min.
Regie: Katharina Mückstein
Kamera: Michael Schindegger * Schnitt: Natalie Schwager * Produktion: LaBanda Film * Verleih: mindjazz pictures
Darsteller: Nina Proll, Sophie Stockinger

Sommerferien. Alle freuen sich auf den Urlaub in Italien, nur Jasmin nicht. Jasmin ist sehnsüchtig. Sie will bei Eva sein, ihrer Mutter, von der sie lange Zeit getrennt leben musste. Seit Wochen umkreist Jasmin Eva, sie gibt nicht auf, auch wenn sie abgewiesen wird. Nach einem Streit haut Jasmin ab und es gelingt ihr schließlich, Eva zu einer gemeinsamen Fahrt aus der Stadt zu überreden. Die beiden kommen einander näher – mal wie Freundinnen, mal wie Mutter und Tochter. Eine erste gemeinsame Zigarette, tanzen in der Dorfdisco und Streifzüge durch die Wälder. Doch Erwartungen und Bedürfnisse des Mädchens und seiner Mutter klaffen immer wieder weit auseinander, ganz besonders, als ein Mann Evas Aufmerksamkeit erregt und die wachsende Nähe zwischen Mutter und Tochter stört.

Talea bedeutet Steckling, Spross

Katharina Mückstein: geb. 1982 in Wien. Regiestudium an der Filmakademie Wien bei Michael Haneke. „Talea“ ist ihr erster Langfilm.

Presse: Ein grandioses Debüt über zwei Außenseiterinnen auf der Suche nach Halt und Identität (Sonja Neufeld, ORF)

Filmhauskino
So., 23.11., 18.00 Uhr

FAREWELL TO THE MOON

NL 2014, Spielfilm, OmU., 94 Min.
Regie: Dick Tuinder
Kamera: Guido van Gennep * Schnitt: Sander Vos
Darsteller: Ward Jansen, Marcel Hensema, Lotte Proot

Es ist 1972 und ein heißer Sommer. Frauen tragen Hosenanzüge und Männer experimentieren mit Bärten und mit anderen Dingen wir Frauentausch mit Nachbarinnen. und die Amerikaner stoppen die bemannte Raumfahrt.
Auf der 9. Etage eines Hochhauses einer Kleinstadt lebt der 12jährige Dutch mit seiner Familie. Seine Hobbies sind die Raumfahrt und Maria, die hübsche Frau von nebenan. Sein Vater hat eine andere Frau im Blick.
„Farewell to the Moon“ ist eine bunte Zeitreise in den Anfang der 70er-Jahre.

Dick Tuinder: aufgewachsen in Deventer, Niederlande. Hat an der Rietveld Akademie, Amsterdam, studiert. Dies ist sein zweiter Langfilm.

Filmhauskino
Mo., 24.11., 21:30 Uhr

VIOLET

B, NL 2013, Spielfilm, OmU., 82 Min.
Regie: Bas Devos
Kamera: Nicolas Karakatsnais * Schnitt: Dieter Diependaele * Produktion: Minds Meet
Darsteller: César De Sutter, Raf Walschaerts

Die Bilder der Überwachungskameras im Einkaufszentrum sind eindeutig: Jesse kann nichts tun, als sein Freund ermordet wird. Aber Jesse haftet jetzt ein Makel an, der sich nicht in Worte fassen lässt. Und er selbst steht da mit seinem Schock, mit seiner Trauer, seiner Angst. Der flämische Regisseur und Drehbuchautor Bas Devos lässt in „Violet“ Bilder wirken und hält sie an, lässt Farben gerinnen, Töne verschwimmen.
Das Unfassbare bleibt unfassbar, die Blumen am Tatort oder die Ergreifung der Täter erscheinen nur nebensächlich. Lange, hochkonzentrierte Kameraeinstellungen machen die Härte des Geschehens spürbar und lenken den Blick in Abgründe, die an moderner Kunstfotografie orientierten Motive lassen vieles im Unscharfen oder Dunklen. Ein puristischer Geräusche-Soundtrack verstärkt die visuelle Spannung. Durch den radikalen Verzicht auf Erklärungen wird der Zuschauer mit eigenen Wahrnehmungen und Gedanken konfrontiert.

Bas Devos: geb. 1983 in Zoersel, Belgien. Arbeitet als Theaterregisseur und Lichtdesigner. „Violet“ ist sein Debütfilm.

.trailer

Filmhauskino
Di., 25.11., 19.00 Uhr

ANDERSWO

D 2014, Spielfilm, 87 Min.
Regie: Ester Amrami
Kamera: Johannes Praus * Schnitt: Osnat Michaeli * Produktion: HFF Konrad Wolf
Darsteller: Neta Riskin, Golo Euler u.a.

Im Mittelpunkt des Spielfilms steht Noa. Sie ist Anfang 30, lebt seit acht Jahren in Berlin und steckt in einer Krise. Wo gehört sie hinß Zu Jörg, ihrem deutschen Freund? Oder nach Israel zu ihrer Familie und ihren alten Freunden?
Spontan fliegt sie für ein paar Tage in die Heimat, um Klarheit zu gewinnen. Doch was als Kurztrip gedacht war, dehnt sich aus. Ihre geliebte Oma liegt im Sterben und alte Familienkonflikte kochen wieder hoch. Als völlig überraschend auch noch Jörg nach Israel kommt, ist das emotionale Chaos perfekt.
Jörg lernt nicht nur zum ersten Mal Noas Familie kennen, sondern auch ganz neue Seiten an seiner Freundin.
„Anderswo“ ist ein Film über heimat und Entwurzelung in Zeiten der Globalisierung.

Ester Amrami: geb. 1979 in Saba, Israel. Lebt seit 10 Jahren in Berlin. Regiestudium an der HFF Konrad Wolf in Potsdam. „Anderswo“ ist ihr erster Langfilm.

www.anderswo-film.com

Filmhauskino
Di., 25.11., 21.00 Uhr

WIE ICH LERNTE, DIE ZAHLEN ZU LIEBEN

D 2013, Dokumentarfilm, 88 Min.
Regie & Kamera: Oliver Sechting, Max Taubert
Schnitt: Andre Krummel * Produktion: Rosa von Praunheim Produktion

Wie ich lernte die Zahlen zu lieben ist ein New York Film und zugleich das Psychogramm eines Zwangserkrankten. Der Berliner Filmemacher Oliver Sechting und sein Regiekollege Max Taubert machen sich auf, einen Dokumentarfilm über Künstler in New York zu drehen. Doch schon bald wird das Projekt von Olivers Zwangserkrankung überschattet. Der 37-Jährige hat ein manisches Verhältnis zu Zahlen. Er nimmt sie immer und überall wahr. Sie bohren sich in seinen Kopf und gruppieren sich dort zu Kombinationen, negativen wie positiven. Die beiden Regisseure geraten darüber in einen Konflikt miteinander, den sie kurzerhand zum Thema des Films machen. Die Begegnungen mit Künstlern wie den Regisseuren Tom Tykwer, Ira Sachs (Keep the Lights on), Jonathan Caouette (Tarnation) oder der transmedialen Künstlerin Phoebe Legere werden immer mehr zu Therapiestunden und schließlich kann Andy Warhol-Superstar Ultra Violet Oliver eine neue Tür öffnen.

Oliver Sechting: studierte Sozialpädagogik und ist seit 2008 Mitarbeiter der Rosa-von-Praunheim-Filmproduktion.
Max Taubert: hat bislang als Regieassitent gearbeitet.

www.zahlenliebe.de

Filmhauskino
Mi., 26.11., 19.00 Uhr