exposed Filmfestival - - - Archiv 2008 - 2015

Kategorien-Archiv (2015) Europäische Erste Filme

Liste Europäische Erste Filme

BUBE STUR / Regie: Moritz Krämer
SIVAS / Regie: Kaan Müjdeci
DAS FLOSS / Regie: Julia C. Kaiser
FRENCH BLOOD / Regie: Diastème
WINTERGAST / Regie: Andy Herzog, Matthias Günter
SIBYLLE / Regie: Michael Krummenacher
EISMÄDCHEN / Regie: Lin Sternal
IM SPINNWEBHAUS / Regie: Mara Eibl-Eibesfeldt

FOKUS NRW / ANFÄNGE DER NOUVELLE VAGUE / AUFBRUCH

BUBE STUR

Bube SturRegie: Moritz Krämer
D, 2015, Spielfilm, 81 Min.
Buch: Moritz Krämer, Ines Berwing * Kamera: Patrick Jasmin * Produktion: dffb * Darsteller: Ceci Chuh, Niels Braun

Hanna, gerade aus der Haft entlassen, absolviert auf Uwes Hof im Hochschwarzwald Arbeitsstunden. Uwe ist nahezu bankrott und steht auch am Ende seiner Ehe. Die seltsame Aushilfe aus der Großstadt fühlt sich in dieser dörflichen Einöde wie ein Fremdkörper. Und immer wieder fährt sie in die benachbarte Kleinstadt, um die Nähe einer Familie mit Pflegekind zu suchen…
Ein ebenso erfrischender wie sperriger Film – ungemein detailreich und im besten Sinne realistisch –, der fern der gängigen Konventionen immer wieder überrascht. Mit den beiden (großartig gespielten) Hauptfiguren treffen zwei Schicksale, ja, im Grunde zwei ganz unterschiedliche Welten aufeinander. Ob sie sich wohl aufeinander einlassen können?

Moritz Krämer: geboren 1980 in Basel. Er arbeitete als Videokünstler, Komponist und Liedtexter an verschiedenen Theatern, studiert seit 2008 Regie an der dffb Berlin. Dies ist sein erster Langfilm.

.trailer

Mittwoch, 18. November – 19.00
im Filmhauskino

SIVAS

SivasRegie: Kaan Müjdeci
Türkei, D, 2014, Spielfilm, 97 Min.
Buch: Kaan Müjdeci * Kamera: Armin Dieroff, Martin H. Solvang * Produktion: Coloured Giraffes * Darsteller: Doğan İzci, Ozan Çelik, Muttalip Müjdeci

Der elfjährige Aslan lebt in einer rauhen Männerwelt in einem anatolischen Dorf, in der der Stärkste die Rangordnung bestimmt. Als er in einem Graben den verwundeten Kampfhund Sivas findet, nimmt er sich des Tieres an und päppelt es auf. Sivas findet allmählich zu alter Kraft zurück. Das Dorf erwartet von dem Jungen, dass er mit Sivas an Kampfhundturnieren teilnimmt. Kampf umd Kampf gewinnt er. Der Aufstieg des Hundes ermöglicht es auch Arslan, in der Dorfgemeinschaft seine Stellung zu behaupten. Der Film zeichnet ein fast dokumentarisches Bild von einer Welt, in der Kinder früh erwachsen werden müssen und nur der Stärkste überlebt.

„Das einzige Problem, das wir heute haben, ist die Welt der Männer, weil sie die Ursache allen Übels sind.” (Kaan Müjdeci)

Kaan Müjdeci: SIVAS ist der Debütfilm des 34jährigen Regisseurs. Der türkisch-stämmige Regisseur lebt seit elf Jahren in Berlin. Er ist Autodidakt. Sivas erhielt auf bei 71. Filmfestspielen Venedig den Spezialpreis.

.www.sivasfilm.com

Donnerstag, 19. November – 18.00
im Filmhauskino

DAS FLOSS !

Das Floss-PosterRegie: Julia C. Kaiser
D 2014, Spielfilm, 86 Min.

Buch: Julia C. Kaiser * Kamera: Dominik Berg * Darsteller: Julia Becker, Anna König, Jakob Renger, Till Butterbach

Alles scheint perfekt: Katha will ihre Freundin Jana heiraten. Die Hochzeit soll schon in wenigen Tagen sein. Und auch ein Samenspender für das gemeinsame Baby ist bereits gefunden. Doch zuvor haben ihre alten Freunde einen Junggesellinnenabschied für sie geplant: ein Wochenende zu fünft auf einem Floß. Überraschungsgast dabei ist ausgerechnet Momo, der zukünftige Samenspender. Probleme sind vorprogrammiert.

DAS FLOSS! ist eine wie improvisiert scheinende Tragikomödie, sehr spontan und echt, nah an seinen Personen dran, mitunter fast wie dokumentarisch wirkend.

Julia C. Kaiser: 1983 geboren, studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg. DAS FLOSS! ist ihr erster Langfilm.

.www.facebook.com/dasfloss.film

Donnerstag, 19. November – 20.00
im Filmhauskino

FRENCH BLOOD

French BloodRegie: Diastème
Frankreich 2015, Spielfilm, OmU, 97 Min.
Buch: Diastème * Kamera: Philippe Guilbert * Produktion: Fin Août Productions* Darsteller: Alban Lenoir, Paul Hamy, Samuel Jouy

Der rassistische Schläger Marco, kämpft sich bei der Front National aus den Strassen bis in die Hinterzimmer der Macht.
Über zwei Jahrzehnte begleitet der Film die Entwickling von Marco und der rechten Bewegung in Frankreich. Mit ungeschönter Genauigkeit zeichnet der Film die Brutalität der fremdenfeindlichen Handlungen nach. Zunächst ist Marco als Schläger auf den Strassen unterwegs, verprügelt wahllos. Wir erfahren nichts von seiner Motivation, sein Hass scheint wie ein Virus in ihm zu sitzen. Aber er merkt langsam, und dafür braucht er Jahre, Jahrzehnte, dass dies nicht seinem Inneren entspricht und zerbricht beinahe an der Enttäuschung, so viele Jahre seines Lebens verschwendet zu haben.
Alban Lenoir spielt diese langsame Wandlung eindringlich und überzeugend.

Diastème: Er ist eigentlich ausgebildeter Musiker, kam dann zum Journalismus, schrieb Theaterstücke und wandte sich schließlich der Filmregie zu. FRENCH BLOOD ist sein zweiter Langfilm.

.www.indiesales.eu/french-blood

Donnerstag, 19. November – 22.00
im Filmhauskino

WINTERGAST

WintergastRegie: Andy Herzog, Matthias Günter
CH 2015, Spielfilm, DF, 82 Min.
Buch: Andy Herzog, Matthias Günter * Kamera: Matthias Günter * Produktion: MG-Filmproduktion * Darsteller: Andy Herzog, Susann Rüdlinger, Cihan Inan

Bereits sieben Jahre sind vergangen, seitdem Filmhochschulabsolvent Stefan Keller (39) seinen gefeierten Kurzfilm veröffentlicht hat. Seitdem befindet sich Keller in einer veritablen Schaffenskrise. Zwar umfasst sein erstes Langspielfilm-Projekt in der Rohfassung bereits 2000 Seiten mit Notizen, aber fertig ist Keller noch lange nicht. Sehr zum Leidwesen seiner Freundin Christina, deren biologische Uhr tickt. Doch Keller hat keine Zeit, er sollte an seinem Drehbuch schreiben
Inzwischen ausquartiert in einem Zimmer im Souterrain lebend und in finanzieller Not nimmt Keller einen Nebenjob als anonymer Tester von Jugendherbergen an. Die einsame Reise führt ihn durch die winterliche Schweiz. Der Beginn einer wahnwitzigen Odyssee: Keller kämpft verzweifelt um seine Filmidee, versucht seine Beziehung mit Christina zu retten, sitzt einsam herum, beobachtet, führt abwegige und kluge Gespräche mit mannigfaltigen Gestalten, welche alle selber auf Suche nach ihrem eigenen Sinn des Daseins sind. Den beiden Regisseuren ist lakonisch-komisches, in schwarz-weiss gehaltenes Roadmovie gelungen.

Andy Herzog: diverse Arbeiten als Schauspieler, Regiestudium in Montreal.
Matthias Günter: zunächst tätig als Grafiker, Realisation diverser Kurzfilme.

.www.wintergast.com
.Trailer
.www.facebook.com/Wintergastfilm

Freitag, 20. November – 20.00
im Filmhauskino

SIBYLLE

SIBYLLERegie: Michael Krummenacher
D 2015, Spielfilm, DF, 87 Min.
Buch; Silvia Wolkan, Michael Krummenacher * Schnitt: Stine Sonne Munch * Kamera: Jakob Wiessner * Produktion: Passanten Film * Darsteller: Anne Ratte Polle, Thomas Loibl, Heiko Pinkowski

An der pragmatischen Architektin, Mutter und Ehefrau Sibylle Froebisch scheint etwas Unbestimmtes zu nagen. Nicht einmal im Italienurlaub mit ihrer Familie schafft sie es, zur Ruhe zu kommen und auszuschlafen. Auf einem morgendlichen Spaziergang an den Klippen des Gardasees wird sie Zeugin des Selbstmords einer Frau in ihrem Alter. Davon erschüttert, verändert sich Sibylles Wahrnehmung auf ihr eigenes Leben und setzt einen Prozess in Gange, der alles zu zerstören droht, worüber sie sich bisher definiert hat…

Michael Krummenacher gehört einer neuen Generation junger deutscher Filmemacher an, die keine Scheu hat, sich dem Genrekino zuzuwenden. In seinem Zweitlingsfilm stoßen Elemente aus Horror, Psychothriller und Familiendrama aufeinander. Man könnte SIBYLLE auch als deutschen Giallo-Film sehen.

Michael Krummenacher: geboren 1975 in Schwyz. Regiestudium an der HFF München.

.www.sibylle-film.de

Freitag, 20. November – 22.00
im Filmhauskino

EISMÄDCHEN

ICEGIRLS_Karte_vorn_CMYK2Regie: Lin Sternal
D 2015, Dokumentarfilm, 60 Min.
Buch: Lin Sternal * Kamera: Julia Hönemann * Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg * Vertrieb: Filmtank GmbH

Eismädchen erzählt von einer Dreiecksbeziehung innerhalb des Mikrokosmos Eiskunstlauf, die geprägt ist von Druck, Konkurrenz und Projektion. Lisa, die sich über ihren Sport definiert, ist von pubertären Selbstzweifeln geplagt, während ihrer jüngeren Schwester Sophie alles mit Leichtigkeit zu gelingen scheint. Ihre Mutter, angetrieben von eigenen unerfüllten Träumen, versucht mit viel fürsorglicher Hingabe, ihre große Tochter aufzufangen. Doch umso mehr sie sich bemüht, alles richtig zu machen, umso mehr scheint sie daran zu scheitern.
Beobachtungen eines fragilen Beziehungsgeflechtes, deren Protagonistinnen sich abstoßen, ohne sich zu lösen und gegenseitig anziehen, ohne sich ganz nah zu sein.
Mitunter fast wie beiläufig gefilmt scheinend, ist EISMÄDCHEN dabei doch außerordentlich präzise und beobachtet ungemein genau – ein ebenso ungewöhnlicher wie spannender Dokumentarfilm.

Lin Sternal: geboren 1987 in Berlin, studierte ab 2008 an der Filmakademie Baden-Württemberg. EISMÄDCHEN ist ihr Diplomfilm.

.trailer

Samstag, 21. November – 18.30
im Filmhauskino

IM SPINNWEBHAUS

SpinnwebhausRegie: Mara Eibl-Eibesfeldt
D 2014, Spielfilm, 92 Min.
Buch: Mara Eibl-Eibesfeldt * Kamera: Jürgen Jürges * Darsteller: Ben Litwinschuh, Helena Pieske, Sylvie Testud

Psychischer Probleme wegen geht Jonas‘ Mutter in eine Klinik und lässt ihn überstürzt mit seinen beiden jüngeren Geschwistern, Nick und Miechen, allein. Die Abwesenheit der Mutter gegenüber der Außenwelt (den Lehrern etwa oder der Erzieherin im Kindergarten) zu verheimlichen, ist nicht immer einfach. Und auch der Kühlschrank wird zunehmend leerer. All dies überfordert den 12-jährigen Jonas freilich bald, auch wenn er bemüht versucht, über eine gewisse Zeit den Chef im Haus zu spielen, tapfer Verantwortung zu übernehmen.
Da lernt er einen adligen Obdachlosen kennen, Felix, der ihm wie ein Schutzengel zur Seite steht…
Wie Jonas sich und seine zwei Geschwister in zunehmendem Maße von der Außenwelt isoliert, wie die drei Kinder immer mehr in einer eigenen Phantasiewelt versinken, zwischen Traum und Realität schwebend – das ist in wunderbaren Schwarzweiß-Bildern eingefangen (von Fassbinder-Kameramann Jürgen Jürges), in oft märchenhaft-magischen Sequenzen, ebenso eindringlich wie poetisch.

Mara Eibl-Eibesfeldt: Die Absolventin der HFF München drehte bislang mehrere Kurzfilme, die auch Preise gewonnen haben. IM SPINNWEBHAUS ist ihr erster Langfilm.

.trailer

Samstag, 21. November – 20.00
im Filmhauskino