exposed Filmfestival - - - Archiv 2008 - 2015

Kategorien-Archiv (2015) Anfänge der Nouvelle Vague

Liste Nouvelle Vague

AUSSER ATEM / Regie: Jean-Luc Godard
IM ZEICHEN DES LÖWEN / Regie: Eric Rohmer
DIE ENTTÄUSCHTEN / Regie: Eric Rohmer

EUROPÄISCHE ERSTE FILME / FOKUS NRW / AUFBRUCH

AUSSER ATEM

AUSSER ATEMRegie: Jean-Luc Godard
F 1960, Spielfilm, dF, 89 Min.
Buch: Godard, François Truffaut * Kamera: Raoul Coutard * Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg

„Die Geschichte eines wegen Polizistenmordes gesuchten jungen Autodiebes und seine Beziehung zu einer amerikanischen Studentin in Paris, die ihn später anzeigt.“ (rororo Filmlexikon)
„Godard gab A BOUT DE SOUFFLE eine formale Gestaltung, die alle etablierten Regeln, namentlich die des Filmschnitts, über den Haufen zu werfen schien. Aus bestimmten Szenen schnitt er einzelne Bilder heraus, so dass die Bewegungen ruckhaft und springend abliefen und der Eindruck eines fragmentarischen, auseinandergerissenen Geschehens entstand. Andererseits gelang es ihm, in den mit versteckter Kamera gefilmten Sequenzen Pariser Straßenleben nahtlos in die Handlung zu integrieren und ihr so den Charakter der Authentizität zu geben. Was vor allem aber dem Film sein Interesse verleiht, das ist die Freimütigkeit seiner Dialoge: die Unterhaltungen zwischen dem Gangster Michel Poiccard, […] der es liebt, sich mit Humphrey Bogart zu identifizieren, und dem amerikanischen Collegegirl Patricia, dessen Properkeit und Voreingenommenheit der Film treffend fixiert, besitzen Brillanz und Echtheit; aus Gesprächswendungen, Gesten und Reaktionen der beiden spricht unmittelbar der Bewusstseinszustand der Jugend von 1960.“ (Gregor/Patalas, Geschichte des Films)

Mittwoch, 18. November – 21.00
im Filmhauskino

IM ZEICHEN DES LÖWEN

Im Zeichen des Löwen-PosterRegie: Eric Rohmer
F 1959, Spielfilm, OmU, 100 Min.
Buch: Eric Rohmer * Kamera: Nicolas Hayer * Musik: Louis Saguer * Darsteller: Jess Hahn, Van Doude, Stéphane Audran

„Ein erfolgloser Musiker [Wesselrin] irrt durch das sommerlich ausgestorbene Paris auf der verzweifelten Suche nach Geld, Arbeit und einer Bleibe. Schritt für Schritt registriert die Kamera, wie die Stadt ihn verändert und wie sich in seinen Augen die Stadt verändert. Am Ende ist Paris – wie eine Stadt, der die Menschen fehlen – eine bloße Anhäufung von Steinen und der Musiker, nachdem er alle Merkmale verloren hat, die ihn als Mitglied der Gesellschaft auswiesen, nur noch ein Fremder, ein Clochard.“ (Krischan Koch, Die Zeit, 1984)

„Zum Lobe Rossellinis hat Rohmer einmal geschrieben, er mache die Realität durchsichtig mit Mitteln, die er wiederum ausschließlich dem Realen entlehne, und weiter: er zerbreche den etablierten Bezug von Zeichen und Idee und lasse so Neues auftauchen, das einen völlig aus der Fassung bringe. Diese Sätze beschreiben in treffender Weise den Realismus seines eigenen Films. Die an sich belanglosen Dinge, die Wesselrin auf seinem Irrweg durch die Stadt zustoßen, bekommen eine Tragweite, die sie plötzlich aller Alltäglichkeit entkleidet, so dass man sie sieht wie zum ersten Mal.“ (Frieda Grafe)

Sonntag, 22. November – 15.00 Uhr
im Filmhauskino

DIE ENTTÄUSCHTEN

Die EnttäuschtenRegie: Claude Chabrol
F 1958, Spielfilm, OmU, 99 Min.
Buch: Claude Chabrol * Kamera: Henri Decae * Darsteller: Gérard Blain, Jean-Claude Brialy, Bernadette Lafont

Als François in sein Geburtsdorf zurückkehrt, findet er seinen talentierten Jugendfreund Serge als hoffnungslosen Trinker vor. Seine gutgemeinten Versuche zu helfen, bringen mehr Ärger als Gutes: Schließlich setzt er sein Leben aufs Spiel, um Serge mit seiner entfremdeten Ehefrau zu versöhnen.“ (rororo Filmlexikon)

„LE BEAU SERGE war der erste Film der Nouvelle vague, und die neorealistischen Elemente, um die er die französische Filmtradition bereicherte, wurden schon in den Filmen des folgenden Jahres aufgegriffen: in Rohmers LE SIGNE DU LION und Truffauts LES 400 COUPS.“ (Wilfried Wiegand)

„Chabrol ist zugleich Produzent, Drehbuchautor, Dialogist und Regisseur von LE BEAU SERGE. Sein Film beginnt psychologisch und endet metaphysisch. Es ist eine Dame-Partie, gespielt von zwei jungen Leuten – schwarzer Stein: Gérard Blain; weißer Stein: Jean-Claude Brialy. Im Augenblick, als sie einander begegnen, wechseln sie die Farbe und gewinnen ex aequo.“ (François Truffaut)

Sonntag, 22. November – 17.00 Uhr
im Filmhauskino